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Musikvereinigung

Immelstetten-Mittelneufnach

Chronik


Sie können die  Chronik der Musikvereinigung Immelstetten-Mittelneufnach entweder in Kurzform, als gebundenes Buch oder pdf-Datei lesen.


Wenn sie ein gedrucktes und gebundenes Exemplar der Chronik bekommen wollen, wenden Sie sich bitte an unseren Chronisten Ludwig Schorer (Tel: 08262/1848; email: info@musikvereinigung.de):

















Im nachfolgenden Link können Sie sich die Datei als pdf (9MB) downloaden:

(Leider nur in stark komprimierter Fassung)


































Wollen Sie nur eine kurze Zusammenfassung, dann können Sie hier weiterlesen:




Hallo, liebe Musikfreunde!


Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Musikvereinigung Immelstetten-Mittelneufnach e.V. und ich verkörpere genau dieses Motto: Musik verbindet! In meinem Fall heißt das, sie vereint die Generationen. In harmonischem Einklang arbeiten Jung und Alt an der Weiterentwicklung der Kapelle. Bei mir ist die derzeit jüngste Musikerin 14 Jahre alt, der älteste Musiker zählt 58 Lenze. Ich knüpfe aber weitere Bande. Wie mein Name schon sagt, haben sich bei mir zwei Ortschaften, Immelstetten und Mittelneufnach, zusammengeschlossen, um gemeinsam zu musizieren. Damit kommen sich zwangsläufig auch zwei Gemeinden näher, nämlich Markt Wald und Mittelneufnach. (Immelstetten ist ein Ortsteil der Gemeinde Markt Wald.) Weiterhin wirke ich Landkreis-übergreifend, denn Immelstetten ist dem Landkreis Unterallgäu zugeordnet und Mittelneufnach dem Landkreis Augsburg. Außerdem pflege ich Beziehungen zu zwei Bezirken des ASM. Einmal zum Bezirk 10, Mindelheim, dem ich angehöre. Über die Jugendkapelle Stauden komme ich auch mit dem Bezirk 13, Schwabmünchen, in Kontakt.


Die Jugendkapelle Stauden


Darf ich noch ein paar Worte über die Jugendkapelle Stauden verlieren, denn gerade sie zeigt, welche Bindungen Musik aufbauen kann? In freundschaftlichem Verhältnis haben sich hier 5 Vereine zusammengeschlossen, um die Jugendarbeit, die Ausbildung des Nachwuchses, gemeinsam zu organisieren. Die Musikvereine Konradshofen, Mickhausen, Scherstetten, Walkertshofen und meine Wenigkeit haben sie 1988 ins Leben gerufen und Herrn Xaver Holzhauser als ihren Dirigenten und weitere Ausbilder gewinnen können. Die Ausbildung selbst erfolgt in zwei Stufen. Zunächst werden die Jungmusiker in Einzelstunden an ihr Instrument herangeführt. Später musizieren sie in der Jugendkapelle gemeinsam mit den anderen Jugendlichen. Dieses Prinzip hat sich inzwischen bewährt und die Juka, wie sie kurz genannt wird, hat sich als hervorragende Einrichtung erwiesen. Diejenigen, die die Ausbildung dort durchlaufen haben und heute bei mir spielen, zählen zu meinen Leistungsträgern.


Die musikalische Früherziehung


Nach und nach mussten wir Vereine leider feststellen, dass die Jugendkapelle die Kinder zu spät erreicht. Deshalb wurde der Jugendkapelle die musikalische Früherziehung vorgeschaltet. Hier kann ich Euch einen Geheimtipp geben. Geht doch mal hin zu einer solchen Stunde. Es macht wirklich Spaß, zuzusehen, wie geklatscht, gesungen, gespielt, geflötet und getanzt wird, und wie die Kinder auf spielerische Art und Weise an die Musik herangeführt werden. Ein Kompliment darf ich da den Ausbildern machen, die es auf hervorragende Weise verstehen, mit den Kindern umzugehen.


Die Geschichte der Musikvereinigung


Ein wenig sollte ich euch wohl auch von meiner Geschichte erzählen! Wann und wie ich "geboren" wurde, daran kann ich mich leider nicht mehr erinnern und meine Eltern wissen es auch nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich zunächst als "Blechmusik" bezeichnet wurde. Vermutlich gab es mich schon nach den Befreiungskriegen (1813 - 1815), als sich die wirtschaftliche und politische Lage zu normalisieren begann. Damals haben in Immelstetten musikbegeisterte Handwerker und Bauern und Musikanten der bayerischen Regimenter (Pfeifer, Hornisten oder Trommler) den Anfang meiner "Blechmusik" eingeleitet. Die entscheidenden Impulse kamen eindeutig von der Militärmusik und Militärkapellen haben in größeren Städten schon länger bestanden.


(erste urkundliche Erwähnung)


Ein erster Beweis für meine Existenz, quasi meine Geburtsurkunde, findet sich aber erst im Jahre 1836. Auf einer Rechnung der Gemeinde Immelstetten heißt es: "3 Musikanten bezahlt jedem 1 Gulden 12 Kreuzer." Also gab es mich zu dieser Zeit bereits. Bis zum Jahre 1866 konnte ich mich von einer einfachen "Blechmusik" zu einer "Harmonie-Blechmusik" weiterentwickeln. Besonders hervorheben darf ich da den Herrn Lehrer Joseph Haug, der sich um mich sehr verdient gemacht hat.


(Musiziergemeinschaft)


1885 schlossen sich 5 Musiker zu einer vereinsmäßigen Musiziergemeinschaft zusammen. Sie spielten jahrelang zu unterschiedlichen Anlässen kirchlicher und weltlicher Art, z.B. zu Fronleichnam, zu verschiedenen Festen, wie die Einweihung der Muttergotteskapelle, eine Primiz und Fahnenweihen, zu Beerdigungen, zu Tanzveranstaltungen und zu Faschingsbällen. Besonders zu Erwähnen ist, dass zu dieser Zeit meine Musiker auch als Hornisten bei der Feuerwehr in Dienst gestellt waren, um Einsatzbefehle in Signalform zu übermitteln. Ende Juli 1914 begann die Mobilmachung der deutschen Wehrmacht und die Katastrophe des 1. Weltkrieges brach über Europa herein. Sehr bald ließ einer meiner Musiker sein Leben auf dem Schlachtfeld. Nach dem Krieg formierte mich als "Blech-Musikkapelle" neu und es ging kontinuierlich aufwärts mit mir. So umfasste ich zu Beginn der nationalsozialistischen Zeit 15 Musiker. Nach dem totalen militärischen, wirtschaftlichen und staatlichen Zusammenbruch unseres Landes nach dem 2. Weltkrieg wurde von den Besetzern jegliche Vereinstätigkeit verboten.


(Neugründung der Kapelle)


So konnte ich erst am 22. August 1951 unter dem Namen "Immelstetter Blasmusikvereinigung" neu geboren werden. Es folgten Jahre mit einigem Auf und Nieder.


(Zusammenschluß mit Mittelneufnach)


Von meiner Führung wurde 1964 eine grundlegende Entscheidung getroffen. Ich schloss mich mit Mittelneufnach zusammen. Damals muss ich unter einem besonders guten Stern gestanden haben. Das zeigt die Aufwärtsentwicklung, die ihren Lauf nahm, und dass zu jener Zeit sogar ein Pfarrer aktiv bei mir beschäftigt war. H.H. Pfarrer Maximilian Fischer bildete die Klarinetten aus und sprang als Dirigent ein, wenn Not am Mann war. Nach einigen Jahren kamen Querelen auf und 1977 drohte ich sogar zusammenzubrechen. Ein großer Aufruf an alle Jugendlichen in Immelstetten und Mittelneufnach rettete mich aber, denn es kamen 29 Nachwuchsmusiker zusammen und erlernten ein Instrument. Von da an kann ein einsetzendes Hoch verzeichnet werden. Insbesondere baute Klemens Mayer aus Lauterbach mein Können ab 1981 über 14 Jahre hinweg erheblich aus.


(Vereinsregister)


1987 konnte ich ins Vereinsregister eingetragen werden und 1988 wurde die Jugendkapelle Stauden ins Leben gerufen. Dies alles geschah unter Mitwirkung meines damaligen Vorstandes Josef Schnatterer. Ihm verdanke ich überaus viel, denn er war 45 Jahre lang als Vorstand wesentlich an allen Entscheidungen beteiligt, die seit 1951 gefällt wurden.


(Pro Musica Plakette)


Weiterhin verdanke ich ihm, dass mir im Jahre 1991 vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker die Pro-Musica-Plakette verliehen werden konnte. Sie belegt meine mehr als 100-jährige Tätigkeit im Dienste unseres heimischen Kulturgutes. Die Nachweise dafür hat Josef Schnatterer in mühsamer Weise zusammengetragen. Das Amt des Vorstands hat Ludwig Schorer 1996 von ihm übernommen. In seiner bisherigen Amtszeit hat sich herausgestellt: Mein "König Ludwig" hat Herz und Verstand am rechten Fleck und weiß geschickt seine Musiker zu führen. Er prägt eine Zeit, die von Erfolg, Zusammenhalt und Kameradschaft geprägt ist. Mein Dirigent, Siegfried Mayer aus Schwabegg, hält seit Ende 1995 das musikalische Zepter in der Hand und das ist gut so. Denn trotz seines jugendlichen Alters führt er in hervorragender Weise das weiter, was Klemens Mayer begonnen hat. Geschickt versteht er es, die Musiker zu leiten und sie zu immer neuen Höchstleistungen anzuspornen. So fördert er jeden einzelnen und führt die Musikkapelle als Ganzes Schritt für Schritt weiter nach oben. Wenn mir nun diese beiden, mein Dirigent und mein Vorstand, mindestens so lange erhalten bleiben, wie ihre Vorgänger, dann ist mir um meine Zukunft nicht bange.


Eure

Musikvereinigung Immelstetten-Mittelneufnach


letzte Änderung: 10.04.2000, Anita Haider

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